Juni 2007
Freitag, 15.06.2007:
Um 11.00 düste ich von der Arbeit nach Hause. Puh, Glück gehabt mein
Chef hat mir erlaubt früher zu gehen, denn wir mussten noch das Auto mit
Spenden beladen und einen Teil der Boxen aufbauen. Mein großes Glück
war, dass Nicole an diesem Tag frei hatte und wir gemeinsam die Vorbereitungen
treffen konnten.
Doch bevor wir loslegen konnten, warteten wir sehnsüchtig auf Corinnas
Nachricht, ob es nun 7 oder doch 9 Passagiere sein werden, denn davon hing es ab,
ob sie mit nur einem oder doch mit zwei Autos zum Treffpunkt kommen.
Jippie Corinna rief an,…es werden 9 Hundis sein, die uns begleiten und
somit konnten wir ins Auto packen was ging, denn Corinna und ihre Mitfahrer
werden dann genug Platz haben, die Spenden unterzubringen. Wir hatten nach
einigen Schweißperlen die so dringend gebrauchten Futterspenden im Auto
untergebracht, es waren ca. 600 kg Hundefutter, einige Decken, jede Menge
Leckerlie und natürlich auch Mias Paket. Jules musste vor dem Beladen aber
auch seine Aufgabe erledigen. Er ist zuständig für die
Geschmackskontrolle der einzelnen Futtermarken, und wenn er schon mal dabei ist
einige Futtersäcke aufzureißen, dann kann er ja auch gleich das
Katzenfutter mittesten.
Das Auto voll, Nicole und ich geschafft, Rocco, mein Freund und diesmal auch
wieder Mitfahrer kam endlich von der Arbeit und so ging es am frühen
Nachmittag los Richtung Süden. Die Fahrt dauerte relativ lange, denn es
regnete ununterbrochen dadurch gab es auch einen Unfall auf der A7, der eine
Autobahnsperrung nach sich zog. Der Verkehrsfunk hatte uns rechtzeitig gewarnt,
so dass wir die Möglichkeit nutzten diesen Autobahnabschnitt weiträumig
zu umfahren.
Gegen 20.30 Uhr kamen wir endlich im Hotel in Imst an, wo Rocco, ich und noch 6
weitere Freunde gemütlich zusammen saßen, eine Kleinigkeit zu uns
nahmen und gegen Mitternacht tot müde ins Bett fielen.
Samstag, 16.06.2007:
Verflixt noch mal! Warum wird man nicht endlich mal von einer gewissen Routine
und Abgeklärtheit gesegnet. Die Nacht war sehr unruhig, ich bin
unzählige Male in Gedanken durchgegangen, ob wir alles dabei haben, ob alles
klappen wird und wann wir Infos über die noch ausstehenden Abholer bekommen.
Die Gedanken waren, wie sich nach und nach herausstellen wird, völlig
unnötig.
Heute stand auf unserem Tagesprogramm: Wildwasser-Rafting und zwar eine Tour
morgens und eine Tour mittags. Nach dem Frühstück ging es auch schon
los zu der Rafting-Basisstation, wo wir unsere Ausrüstung und nicht zu
vergessen die „Schwimmflügelchen“ bekamen.
Hihi…wir sahen alle schon etwas lustig aus in den Neoprenanzügen,
Schwimmwesten und Helmen. Glücklicherweise war der Wasserstand nicht allzu
hoch und unser Guide erklärte, dass es zu gefährlich sei bei niedrigem
Wasserstand in das Wasser zu gehen wegen den Felsen. Prima! Also es ging
„trocken“ in das Boot und nach einigen Übungen an Land durften
wir endlich raften. Von der Strömung mitgerissen, hatten wir ruckzuck eine
beachtliche Geschwindigkeit drauf. Es kamen einige Stromschnellen, das Wasser
peitschte um und auch in das Boot, so blieben wir doch nicht sehr lange trocken
und das eisige Wasser fand den Weg unter den Neoprenanzug. Dennoch hatten wir
alle viel Spaß und bei unserer 2. Tour am Mittag durften wir sogar rein in
das kühle Nass.
Frisch, fromm, fröhlich, frei - aus dem Jungbrunnen geklettert und heilfroh,
dass wir keine Verletzten zu beklagen hatten, ging es wieder am späten
Nachmittag zurück nach Imst in unser Hotel. Hier erinnerte mich mein Handy
lautstark, dass es auch noch da ist und so führte ich noch ein paar
Telefonate bezüglich der Abholung von Slim und Dago. Nach einem reichlichen
Mahl krabbelten wir etwas müde in die Kojen und schlummerten bis in die
frühen Morgenstunden. Das war ein wirklich außergewöhnliches
Geschenk und dazu ein Megatolles.
Sonntag, 17.06.2007:
Gut erholt mit Schwung und Elan starteten wir in den sonnigen Tag.
Verabschiedeten die anderen, die direkt den Heimweg antraten und um 9.30 Uhr,
gleich nach dem Frühstück, fuhren wir gemütlich zu unserem
Treffpunkt.
Als wir dort ankamen, schrieb ich Corinna eine SMS, damit sie uns bescheid gibt
wenn sie ca. noch 30 Min. Fahrzeit haben. Kurz darauf rief Corinna an und sagte,
dass sie in 20 Minuten da sein werden – Ach du lieber Himmel! Jetzt brach
die Hektik aus, denn wir mussten noch die Spenden aus dem Auto laden und das war
schließlich eine ganze Menge und die restlichen Boxen zusammen bauen.
So und jetzt noch die Wasserbar auffüllen und dann sind wir bereit.
Puh, wir haben es geschafft und wenige Minuten später rief Rocco „sie
kommen!“
Die Wiedersehensfreude war wie immer riesig, vor allem freute mich, dass Santina
wieder dabei war. Nachdem wir uns alle herzlich begrüßt hatten,
stürmten wir zu den Autos, um auch den Wuffels „Hallo“ zu
sagen.
Der erste Blickfang waren Paprika und Ederca, so goldig, süß - einfach
zum Knuddel saßen sie in ihrer Box und strahlten einen regelrecht an.
Als erstes durfte Luna aussteigen und mit Santina ihre Runden drehen. Endlich
Luna, du musstest so lange auf ein schönes Plätzchen warten aber nun
genieße es in vollen Zügen!
Sehr gespannt war ich auf Poldone, den 10 jährigen, blinden
Bobtail-Opi.
Und da war er auch schon! Wow, wie fit er noch ist, das hatte mich wirklich
überrascht und ich freute mich, dass er in einem so guten Zustand ist.
Unsere Passagiere waren diesmal:
Slim und Dago
Macchia und Nero
Kaly
Luna, Macchia, Nero, Ederca, Paprika, Kalie, Poldone, Slim und Dago
Nach einer Pipi- und Wasser-Schlabber-Runde ging es ab in die nächsten Boxen
in unserem Bus. Als wir alle Vierbeiner gut untergebracht hatten, Corinna uns die
Papiere übergab, sagte Corinna wie immer: „und jetzt geht weg!“
Schade, dass wir als so wenig Zeit bei der Übergabe haben und kaum ein Wort
wechseln können, aber das Wichtigste ist ja, dass die Wuffels so schnell wie
möglich zu ihren neuen Frauchen und Herrchen kommen.
Wir lagen sehr gut in der Zeit und da der Verkehr kaum mehr zunahm, konnten wir
davon ausgehen, dass wir pünktlich an den jeweiligen Treffpunkten ankommen
werden.
Es ging vorbei an Bergen…
Unser 1. Stopp war gar nicht weit entfernt, nämlich bereits im Ötztal.
Dort stiegen Slim und Dago aus, die 2 Tage dort „Urlaub“ machten um
dann weiter nach Norddeutschland zu reisen. Ein schönes Leben wünschen
wir euch beiden!
Das schöne Wetter begleitete uns durch die herrlichen Täler, die Berge,
vorbei an Seen und alle Hundis waren sooo unglaublich lieb, dass man dachte wir
haben niemanden an Bord – doch dann kamen sie wieder, die Düfte, die
verrieten, dass hier doch noch jemand außer Rocco und mir sein
musste.
Die Fahrt verlief prima bis wir an unserem 1. Stopp in Deutschland, nämlich
in Stuttgart ankamen. Hier empfang uns Melanie mit einem Berg von Spenden, die
Mia organisiert hatte. An dieser Stelle: Tausend Dank Mia!!!
Auch Melanie war hin und weg von den kleinen Englisch-Setter-Babys, die einem
regelrecht in ihren Bann zogen und diesen fragenden Kulleraugen konnte man
einfach nicht wieder stehen, man musste sie streicheln – was sie
unglaublich genossen. Die Spenden haben wir mit Ach und Krach untergebracht
– zum Glück stiegen ja bereits Slim und Dago aus.
Jetzt war es nicht mehr so weit, bis die nächsten Hundis aussteigen durften.
Gabi und ihre Abholer waren schon da. Hier durften Luna, Macchia, Nero, Kalie und
Ederca aussteigen. Macht’s gut ihr 5!
So nun weiter zur Endstation, die wir sehr bald erreichten. Hier hatten wir noch
ein bisschen Zeit uns von Poldone und Paprika zu verabschieden bis die Abholer
kamen. Rocco vergnügte sich mit Paprika, die sein Herz im Nu eroberte
und Poldone ging derweil mit mir Gassi. Wahnsinn, ich hätte nicht gedacht,
dass er so gut mit seiner Blindheit umgehen kann. Das war wirklich
phänomenal!
Poldone’s neue Familie kam nach einigen Minuten angebraust und Alexandra
fiel ihm mit tränenden Augen um den Hals. Das sind immer diese
glücklichen Momente an denen man weiß, wofür man es macht und
jegliche Anspannung und Stress hinter sich lässt.
So wir hatten alle ausgeladen und fuhren gemütlich und zufrieden nach Hause.
Es war wie immer ein super tolles Erlebnis, den armen Nasen geholfen zu haben in
ihr neues Zuhause zu kommen.
Viele Grüße
Nina