Dezember 2006
Hallo,
ich wollte Euch von unserer Chaos Fahrt vom letzten Samstag berichten.
Am Freitag Nachmittag haben Nina und ich wie immer angefangen unser Auto zu
beladen. Wir haben vorab schon alle Transportboxen aufgebaut und wie immer dick
mit Zeitung und Decken ausgelegt.
Es war schon so kalt, dass uns fast die Finger abgefroren sind. Nachdem die Boxen
im Auto verstaut waren, haben wir noch knapp 300 kg Futter und Franziskas Paket
zugeladen und alles gut verschnürt, damit auf keinen Fall irgendwas
umherfliegen kann.
Wir haben noch eine Katzenbox abgeholt und das Auto voll getankt. Gegen 20:00 Uhr
waren wir dann total durchgefroren wieder zu Hause. Haben noch mal geschaut, ob
wir alle Tel. Nummern hatten und sonst auch alles geklärt ist. Um noch ein
bisschen zu relaxen haben wir es uns auf der Couch bequem gemacht und irgendwas
im Fernsehen angeschaut. Ich konnte kaum schlafen, ich habe mich so auf das
Wiedersehen mit Latte gefreut.
Um 3:45 klingelte auch schon der Wecker. Aufstehen Vesper richten und die
restlichen Sachen in Taschen verstauen. Nina kam gegen 4:15 total verschlafen
vorbei. Um 4:30 ging es dann endlich wieder los. Es ist ein unbeschreibliches
Gefühl, wenn wir "on Tour" gehen. Ich hatte nur als kleines Kind ein
ähnliches Gefühl wenn wir in Urlaub gefahren sind.
Nun auf unserer Hinfahrt ging noch alles glatt (nun ja glatt war es stellenweise
auch, aber nicht allzu schlimm).
Wir waren gegen 11:00 Uhr an unserem Treffpunkt und warteten auf Corinna. Gegen
halb 12 kam dann eine sms (die übliche) "wo seid ihr???"
unsere Antwort: schon da
Corinna: noch 30 km bis zum Treffpunkt.
Wir haben schnell angefangen das Auto auszuladen und die Spenden auf dem
Parkplatz zu platzieren. Bis zu Corinnas Anruf etwa 10 Minuten später. Sie
stehen im Stau nichts geht mehr. Es war laut unseren Infos ein Unfall mit
mehreren LKWs und somit war die Strasse gesperrt.
Was nun? Wie lange wird es dauern? Sollen wir die Paralellstrasse entgegenfahren?
Können wir uns da vielleicht treffen?
Unser Entschluss stand fest, wir werden an unserem Treffpunkt warten, nur die
Futterspenden haben wir eben alle wieder eingeladen, denn wir wollten keinen
Besuch von irgendwelchen Neugierigen.
Also alles wieder eingeladen und das war ne ganze Menge wie ihr auf den Fotos
sehen könnt.
Als nächstes mussten wir allen Abholern Bescheid geben, dass sich unsere
Ankunft bis auf unbekannte Zeit verschieben wird.
Mit den Futterspenden an Bord sind wir in den nächsten Supermarkt gefahren
und waren dort Frustshoppen. Wir haben uns mit Bücher (Mickey Maus :-)
) eingedeckt, denn wer weiß wie lange das dauern wird. Wir haben eigentlich
mit min. 2 oder vielleicht 3 Stunden gerechnet.
Zurück am Parkplatz, wir hatten uns schon auf unsere Lektüre gefreut,
kam plötzlich Corinna ums Eck gefahren. Total überrascht über ihr
Eintreffen (mit ca. 1 Stunde Verspätung) haben wir nach kurzer
Begrüßung ganz fix unser Auto wieder einmal ausgeladen.
Zwischenzeitlich sind Corinna und Marina mit den Hunden Gassi gegangen. Ich
wollte mit noch schnell den Foto schnappen um Euch wenigstens ein paar Bilder zu
zeigen, aber ehe ich mich versah hatte ich zwei Welpen an der Leine und Nina ist
mit Edvige quer über den Parkplatz geflogen.
Ich habe dann die kleinen Welpis, die so fürchterlich nach Pippi und Kaka
rochen in eine der Boxen verfrachtet. Schnell wenigstens ein paar Bilder
schießen, mit meinem lahmen Foto ist das leider nicht sehr einfach.
Aber drei Bilder kann ich Euch hier wenigstens zeigen:
Latte beim Pippi machen
Athos der Senior Bouvier Rüde der endlich ein tolles Zuhause gefunden hat. Er trug ein Mäntelchen. Ich dachte zuerst das kann er ja gar nicht sein, er hatte doch so wunderbares Fell als wir ihn im September noch in Mailand gesehen haben.
Wir konnten keine drei Sätze mit Corinna wechseln schon waren wir wieder im
Auto und auf dem Rückweg. Die Übergabe hat in Rekordzeit stattgefunden
in nur 15 Minuten waren die Hunde umgeladen und wir Richtung Deutschland
unterwegs.
An Bord waren die verrückte und zuckersüße Edvige, ich hab total
den Narren an ihr gefressen. Liane Du kannst verstehen warum oder???
Lady eine wunderschöne Mischlingshündin, die leider ein Auge verloren
hatte, außerdem die zwei gut duftenden Welpis.
Die Beiden Senioren Athos, der schon so sehnsüchtig von seinen neuen
Besitzern erwartet wurde und der super ängstliche Cico der nach 10 Jahren
Tierheim endlich in die Freiheit kam.
Was uns sehr gefreut hat, dass wir Lattes Geschichte kennen lernen durfte.
Wir waren damals selbst dabei als wir gemeinsam mit Corinna den süßen
Latte aus dem schrecklichen Tierheim befreien durften. Nina hatte ihn ein paar
Wochen später auch noch mal in Mailand besucht und damals schon gesehen wie
wunderbar sich der hübsche Kerl macht. Und nun haben wir ihn bei uns an
Bord, das ist das schönste (außer natürlich man fährt seinen
eigenen Hund von Italien nach Deutschland) Ich war den Tränen sehr
nahe.
Wir waren etwa eine Stunde vor Cicos Übergabe als uns Nicole S. anklingelte
und total aufgelöst uns mitteilte dass Cicos neue Besitzerin sich nun doch
anders entschieden hat und Cico nicht mehr will. Ich konnte nichts mehr sagen,
ich glaube ich wäre durchs Telefon durch und hätte ihr..............
(wäre bei meiner Figur ja nicht ganz so einfach, aber den Zorn den ich
hatte, hätte mich durch die kleinste Leitung gefegt). Was nun??? Nicole S.
sagte zu uns fahrt weiter Eure Tour ich werde sehen was ich in der kurzen Zeit
hinbiegen kann. Keine 15 Minuten später der Rückruf von Nicole: Cico
hat eine PS in München. Mensch waren wir froh, dass das geklappt hat. Kurz
nach dem Anruf meldete sich die PS, wir müssen Cico direkt hinbringen, da er
keine Möglichkeit hat ihn abzuholen.
Was bleib uns anderes übrig, wir mitten rein nach München und das ohne
Navi und genauen Stadtplan. Aber auch das hat geklappt und wir waren von der PS
so was von begeistert, dass wir eigentlich froh sind dass die Endstelle abgesagt
hat. Nach etwa 20 Minuten hatten wir Cico aus der Box, trotz mehrmaligen
Versuchen sein Neues Pflegeherrchen zu beißen haben wir ihn aus der Box
locken können.
Wir waren nun schon fast 1,5 Stunden in Verzug, also ein bisschen mehr auf die
Tube drücken und weiter um unseren heißgeliebten Latte
abzugeben.
Am Treffpunkt warteten schon seine neuen Besitzer, ein junges Paar, die den
Süßen schon sehnsüchtig erwarten. Latte stieg wie einer der
coolsten Hund aus dem Auto und legte sich erst mal auf den Boden, er war ja so
was von geschafft von der anstrengenden Tour .
Es ist uns sehr schwer gefallen den Kleinen abzugeben, aber er hat ein Traumplatz
und bereits auch schon die Couch in seinem neuen Zuhause in Beschlag
genommen.
So nun die Endstation, alle Mann bitte aussteigen. Als erstes haben wir Lady
verladen, sie war ziemlich ängstlich, so dass Steffi (Assisi) und ich keine
großen Spaziergänge mit ihr wagten sondern sie schnell wieder ins Auto
verluden.
Auch Herr T. der schon sehnsüchtig auf seinen Athos wartete half beim
umladen. Dieser Moment war eigentlich der einzige, in dem ich die alle Hunde
gesehen habe und wenigstens mal habe streicheln können.
Ich war total geschockt, als wir Athos das Mäntelchen ausgezogen haben.
Total abgemagert, stumpfes Fell, keinen Glanz mehr in seinen Augen. Athos hatte
abgeschlossen, er hatte sich aufgegeben. Wir hatten ihn in Mailand gesehen und es
war gar nicht so lange her, da war er ein stattlicher Rüde mit tollem Fell
und wachen Augen.
Herr T. war ebenfalls sehr geschockt und wir waren alle der gleichen Meinung,
wäre Athos nicht bei dieser Fahrt mitgekommen, er wäre gestorben, er
hätte diesen Winter nicht überlebt.
Nachdem alle Hunde verladen waren, sind wir dann sehr zufrieden aber auch sehr
traurig nach Hause gefahren. Die Hunde die wir diesmal nach Deutschland fahren
konnten, sind ja nur stellvertretend für abertausende.
Ich habe mir während unserer Heimfahrt sehr viele Fragen gestellt:
Wie viele werden den Winter nicht überleben??? Wie viele Hunde geben sich in
den schrecklichen Tierheimen auf ??? Wie viele Hunde werden in den Tierheimen
sterben ohne jemals überhaupt die Zuneigung und Liebe eines Menschen kennen
gelernt zu haben??? Was machen die Hunde in der Kälte, während wir mit
unseren Schützlingen in unseren warmen Zimmern sitzen und unsere Vierbeiner
mit allerlei schönem verwöhnen???
Es ist so beschämend nur diesen wenigen Schnuffels ein gutes Zuhause zu
geben, die anderen abzuweisen oder zu vertrösten. Aber wir werden weiter
kämpfen für all die Schnuffelnasen, die NOCH alleine in den Tierheimen sitzen.
Viele Grüße und Vielen Dank an alle Spender
Nicole und Nina