Ein neuer Hund zieht ein

Sie möchten einem dieser armen Hunde ein neues zu Hause geben? Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Er wird es Ihnen mit bedingungsloser Liebe und Treue danken. Doch zuvor, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wo Ihr neuer Begleiter herkommt.

Die meisten dieser Hunde haben sehr Schlimmes erlebt oder kennen nichts von unserer Welt, da sie ihr ganzes Leben in einem dieser fürchterlichen Tierheime verbracht haben. Viele von Ihnen müssen erst lernen, was es heißt ein Brustgeschirr anzuziehen, mit dem Auto zu fahren, das Radio oder den Fernseher zu hören, die grellen Lichter am Abend zu sehen und eine streichelnde Hand zu spüren. Die lange Fahrt nach Deutschland in einer engen dunklen Box verängstigen ihn. Die vielen Menschen, die kommen um den Neuen zu begutachten. Das Alles könnte Ihrem neuen Liebling anfangs in Panik versetzten. Er kennt es nicht.

Bitte lassen sie Ihrem Hund Zeit sich einzuleben und bedrängen ihn nicht. Es ist möglich, dass er sich im Haus erst mal unterm Bett verkriecht oder einfach eine Nacht im Garten verbringt. Viele dieser Hunde hatten noch keine Familie und kennen auch kein Haus von innen. Sollte er sein Geschäft anfangs im Haus elendigen, schreien Sie in nicht an - sein zu Hause war ein enger Zwinger - er wird sich ducken, seine Augen schließen und auf Schläge warten. Selbst ein alter Hund lernt sehr schnell, wie schön der Garten und das Gassigehen ist.

Mit viel Ruhe, Einfühlungsvermögen und ein bisschen Zeit werden Sie ganz schnell merken, wie er seine Ängste verliert und Vertrauen zu Ihnen aufbaut. Wichtig ist, dass der Hund auf Sie zukommt, nicht umgekehrt. Nehmen sie Ihren Schützling anfangs nicht zu eng in den Arm. Ich weiß, dass fällt sehr schwer. Wir Menschen finden das schön, doch ein ängstlicher Hund fühlt sich dadurch bedrängt. Vermeiden sie laute Geräusche und heftige Bewegungen.

Lassen Sie ihn bitte die ersten Wochen nicht von der Leine. Mit der Zeit werden Sie sehen, wovor er sich fürchtet oder auch nicht mehr fürchtet und wie weit Sie ihm vertrauen können. Bedenken Sie auch, dass er anfangs nicht versteht, was sie von ihm wollen. Für viele dieser Hunde ist auch ein Brustgeschirr angenehmer, da einigen Schlingen um den Hals gelegt wurden, sie eine schwere Verletzung hatten oder aus Kettenhaltung stammen.

Zu Anfang wird Ihr Hund auch mit Magenproblemen zu kämpfen haben. Mischen sie immer etwas gekochten Reis und Möhren unter das Futter. Besser ist natürlich wenn sie Hühnchen- oder Rindfleisch mit Reis anbieten können.

Das soll Ihnen jetzt bitte keine Angst machen. Sie werden selbst erleben, wie stolz Sie auf sich und Ihren Vierbeiner sind, wenn er Vertrauen zu Ihnen aufgebaut hat. Er wird Ihnen für Ihre Rücksicht, Ihre Liebe und Führsorge mit tausendfacher Liebe und Treue danken.

Vielleicht bekommen Sie ja aber auch von Anfang an ein schwanzwedelndes Etwas, das Sie nie wieder loslassen möchte. 

Ihr Pfotenteam