Januar 2008

Reisebericht Januar 2008

Diesmal war endlich wieder eine Tour direkt in die Pension geplant. Die Vorfreude war wie immer sehr groß und der Stress die Fahrt vorzubereiten leider nun mal auch.

Bereits am Donnerstag waren wir nicht mehr ansprechbar, im Ausnahmezustand sozusagen.

Wir sind Donnerstags noch nach Saarlouis gefahren und haben jede Menge Spenden von Sonja abgeholt, der Bus war bis unter das Dach voll- Nachdem wir am Donnerstag schon die ersten ca. 600 km hinter uns hatten und das Auto umgeladen war, haben wir uns an die Arbeit gemacht: Auto teilweise ausladen, Spenden durch sortieren, und dann ins Auto die Sitzbank einbauen und wieder von neuem beladen. Wir waren den ganzen Tag beschäftigt.
Am Freitag haben Nina und Rocco dann einen Anhänger geholt und diesen den ganzen Nachmittag dann beladen, es waren wirklich sehr viele Spenden. Gegen Abend dann die letzten Sachen zusammensuchen. Sind die Batterien geladen? Ist der Atlas gerichtet, haben wir unsere Ausweise, Geld und und und.

Am Samstag früh um halb vier: raus aus den Federn, Vesper richten und ab ins Auto. Bei Offenburg bin ich dann umgestiegen und habe es mir dann bei Sonja im Auto bequem gemacht. Gemeinsam ging es weiter Richtung Süden im Kopf schon alle Hunde, welchen dürfen wir als erstes sehen, welche Hunde können wir im Freilauf sehen, gibt es Neuzugänge, wie sieht Lanoso aus, was macht der süße Zagor und wie geht es dem kleinen Rocco alles Fragen die mich schon Nächte und auch Tage zuvor beschäftigt haben.
Doch von jetzt auf gleich war Schluss mit diesen Träumereien. Wir waren kurz vor der Schweizer Grenze als bei Sonjas Wagen ein Lämpchen anfing zu blinken. Ich las in der Beschreibung nach: Fahren Sie sofort zum nächsten Autohändler.
Super und nun?
Wir mussten ja sowieso in den Zollhof, denn wir wären mit Sicherheit an der Grenze angehalten worden schon alleine wegen unseres Viehanhängers. Also Rocco hat sich um Sonjas Wagen gekümmert und Nina und ich sind dann zum Schweizer Zoll. Bis wir überhaupt erstmal vor lauter LKWs das Zollgebäude gefunden haben, waren wir schon eine Weile zu Fuß unterwegs. Am Schalter haben wir unsere Spendenbescheinigung abgegeben und konnten sofort an der Miene des Zöllners erkennen dass es Probleme gibt.

So was hatten sie scheinbar noch nicht, Hilfsgüter für Hunde? Und nun? Er schickte uns ins nächste Gebäude wir brauchen ein T2 Dokument sonst geht hier nichts. Wir ins andere Gebäude und wollten uns bei der ersten Firma ein solches Dokument ausstellen lassen.
1.Versuch scheiterte er durfte das nicht
2.Versuch bei der nächsten Firma die uns empfohlen wurde, vergebens: Geschlossen
3.Versuch bei einer ital. Firma und da standen höchstens 5 oder 6 Brummi Fahrer vor uns die ebenfalls ein solches Dokument brauchen, tja schnell ging es auch hier nicht vorwärts, wir erlaubten und eine kurze Zwischenfrage, Antwort: stellen wir nicht aus.

Zurück zum Schweizer Zoll, die Zöllner konnten es nicht fassen dass wir keine Papiere für unser Hundefutter bekommen, sie suchten mittlerweile alle nach einer Lösung doch vergebens. Unverrichteter Dinge sind wir Richtung Ausgang als unten am Eingang der Schweizer Zollbeamte den Deutschen Zollbeamten getroffen hatte.
Nun kam das große „internationale“ Rätseln. Sie kamen dann auf ein Ergebnis mit dem wir leben konnten:
Wir bekommen ein T2L Dokument vom deutschen Zoll das bestätigt dass die Ware aus Deutschland ist und die Schweizer geben uns ein Transitdokument dass wir die Schweiz passieren dürfen.

ABER: Beide haben uns gewarnt, es ist immer noch kein 100% gültiges Dokument das uns erlaubt von der Schweiz nach Italien zu reisen. Es kann also passieren, so die Zöllner, dass die Italiener, wenn sie einen schlechten Tag haben uns erst gar nicht über die Grenze lassen, Das Restrisiko bleibt auf jeden Fall und so sehr klein schien es nicht zu sein.

Wir zurück an den Wagen um die Lage Sonja und Rocco zu erklären und wie wir weitermachen sollen. Mittlerweile haben wir ja schon min. 1,5 Stunden am Zoll verloren. Eigentlich wollte es ja gar keiner glauben welch RIIIIIIIIIIIIIESEN Probleme da auf einen zukommen, welch ein Aufwand wegen dem Hundefutter.

OK wir haben uns entschlossen weiterzumachen, also rein zu den Firmen (ich glaube es sind Speditionen die die Scheine ausstellen) OK T2L Dokument kein Problem, war es weil wir nun nur noch zu viert die Schalter stürmten. Nun ja auf dem Schein wurde das Gewicht vermerkt die KFZs und der Empfänger und das ganze kostete dann pro Auto 30 € !!!

So wir nun wieder zurück zum deutschen Zoll, der das alles absegnete, kurz drauf zum Schweizer Zoll denn auch hier brauchen wir wieder einen Stempel. Die Brummi Fahrer hatten ja schon Mitleid mit uns und fragten uns immer wieder: „Habt Ihr Eure Papiere immer noch nicht?“
So nun ging das Drama von vorne los, was wollen Sie transportieren, wo parken Sie, haben Sie einen LKW oder PKW, wohin wollen Sie?
Wir müssten eine Kaution in Höhe von 270 € hinterlegen die wir dann an der ital. Grenze wieder erhalten. OK auch das taten wir und dann mussten wir ganz genau angeben welche Wagen wir fahren Farbe, Marke, Typ Kennzeichen was wir geladen hatten, Trofu oder Dosenfutter oder Beides wenn ja wie viel von jedem wie verpackt und und und.
Als das alles erledigt war durften wir endlich los, nach etwa 2,5 oder 3 Stunden Zollhof war das ja auch mehr als genug.
In einer Stunde hätten wir dann eigentlich in Mailand sein wollen doch das konnten wir ja nur knicken.
Das Beste war dann aber dass wir einfach so in die Schweiz einreisen durften, keine Passkontrolle, kein Auto öffnen, Ladung kontrollieren, nichts dergleichen wir hätten wer weiß was einführen können.

Also gut Thema erledigt wir haben daraus gelernt und werden uns das nächste mal was anderes einfallen lassen.
Etwa 3 Stunden später sind wir dann an der Schweiz/Italien Grenze angekommen, hier wieder das gleiche Zollhof, Zollgebäude, Zollbeamte und nur einer der ein bisschen deutsch sprach.

Die Zollbeamten waren mit uns total überfordert sie wussten überhaupt nicht was sie mit uns anfangen sollten, was sollen die Papiere? Keiner wusste Bescheid und so haben wir das komplette Zollgebäude mit unseren Spenden lahm gelegt. Die Lkw- Fahrer standen schon Schlange und konnten nicht abgefertigt werden da wir alle Mitarbeiter mit unseren Spenden beschäftigt hatten. Ein netter deutscher Brummi Fahrer hatte uns geholfen die Papierflut zu bewältigen und so ging das ganze nun langsam voran.
Wir hatten dann die nötigen Papiere zusammen und sind dann an den ital. Schalter und wollten uns dann dort unser letztes OK für die Einreise nach Italien holen.

Nun der Bange Moment sind sie gut gelaunt? Werden Sie uns einreisen lassen? Wenn nicht was dann?
Alle Angst umsonst, Freundlichkeit war zwar ein Fremdwort aber als dann der Stempel drauf war, war auch dies uns so was von egal.
GESCHAFFT !!! ITALIA wir kommen.

Von der Grenze ist es nicht mehr so sehr weit bis in die Pension, doch auch so ein kurzes Stückchen kann einem Nerven kosten, die Freude auf die Hunde, auf die DLZler... und dann?

STAU kurz vorm Ziel sind wir nochmal min. ½ Stunde im Stau gestanden, es war zum aus der Haut fahren, unglaublich was haben wir nur getan dass es so gründlich schief ging.

Geplant war eigentlich Ankunft gegen 12:00 Uhr wir waren fast 4 Stunden zu spät!! Alles kostbare „Hundezeit“ die uns verloren ging.

Aber der herzliche Empfang von unseren ital. Freunden hat uns für alle Strapazen entschädigt.




Leider hatten wir jetzt ja nun nicht mehr viel Zeit nach einem Leckeren Essen sind wir dann zu den Schnuffels, während die Männer die Autos und den Hänger aus luden.




Von Zwinger zu Zwinger, neue und altbekannte Gesichter, und jeder mit dem Hoffnungsvollen Blick, nimmst Du mich mit?

Es tut mir jedes mal in der Seele weh, wenn ich an den armen Schnuffels vorbeigehen muss und ihnen so gar keine Hoffnung auf ein schönes Zuhause geben kann.

Wie zum Beispiel, Danko, der stattlich Rüde, groß stark, schwarz und leider nicht ganz einfach zu händeln. Er war schon bei unserem letzten Besuch im Juli da, ebenso wie Lanoso.
Lanoso teilt den Zwinger mit Deutsch Drahthaar Hündin Melinda. Lanoso war diesmal zurückhaltend, er ist immer wieder mal im hinteren Teil seines Zwingers verschwunden, nach dem Motto: Ich darf ja sowieso nicht mit.



Lanoso und Melinda

Ich kann mich noch so gut daran erinnern, als wir im September 2006 ihn in einem der privaten Tierheime in Pavia gesehen haben. Seit diesem Tag werde ich diese süße Kuschelmaus nicht vergessen. Er sieht aber in seinem Zwinger doch traurig aus nun er wartet ja auch schon fast 1,5 Jahre auf eine Pflegestelle oder Endstelle.
Es sind leider so viele altbekannte Hunde, die wir teilweise nun schon zum dritten mal besuchen.

Yourkotto, ist in die Jahre gekommen, etwas grau um die Schnauze wartet er schon seit Ewigkeiten seit fast 3 Jahren auf ein Zuhause, Yourkotto war so dankbar über die Streicheleinheiten von Sonja er konnte gar nicht genug bekommen. Was würde ich dafür geben, dass er endlich ein Zuhause findet.



Yourkotto

Die Beiden Kleinen Zagor und Rocco auch noch Pensionsgäste. Zagor ist wunderschön, er ließ sich ganz ohne Probleme Streicheln, war total aufgeschlossen und wirklich nur nett. Wenn jemand nur ein bisschen Geduld mit hätte und dem jungen Mann zeigen würde wer Chef im Ring ist, wäre Zagor sicher ein ganz toller Hund.



Zagor

Rocco ist seit seiner Kastration schon viel ruhiger geworden, er ist nicht mehr so „kernig“ und unsere italienischen Freunde können auch ohne kleinere Beiß- Attacken mit ihm umgehen. Mutige Jack Russel Fans, gebt ihm eine Chance !!!



Rocco

Spino stand mit seinem Kragen im Zwinger, er wurde erst kastriert wir hoffen dass er nun bessere Chancen auf ein Zuhause oder eine Pflegestelle hat er wartet nun auch schon fast 2 Jahre. Das ist doch einfach zu viel für einen so energiegeladenen Hund.



Spino nach seiner Kastration

Ettore der Neuzugang war total verängstigt im Zwinger gesessen, der kompakte Boxermischling saß am ganzen Leib zitternd immer in ein und derselben Ecke. Er wurde schwer misshandelt und hatte sehr große Probleme mit seinen Hinterläufen.



Ettore

Das Knutschbärchen Twix war der Hit, der kleine Mischling, war nur lieb (abgesehen von Corinnas Erzählungen wie er sich beim Tierarzt so benimmt). Er ließ sich ewig kraulen und diese wunderschönen Kulleraugen.


Twix

Theresa mit Tochter Lilly teilen sich den nachfolgenden Zwinger. Die Beiden sind ein wahrhaftes Traumpaar. Aber wenn man sie so nebeneinander sieht, eigentlich unvorstellbar, dass sie Mutter und Tochter sind.
Theresa ist einfach nur lieb und eine so süße „Jungomi“ ich hoffe für sie dass sie gaaanz schnell ein super tolles Zuhause finden wird.



Teresa mit Milly

Geschockt war ich über Bronte er hatte im Vergleich zu Juli sehr abgenommen er ist regelrecht eingefallen, das hat aber nichts damit zu tun dass er nicht genügend Fressen bekommen würde, nein das ist genügend vorhanden. Bronte verkraftet den Aufenthalt im Zwinger scheinbar nur noch schlecht.



Bronte

Genau wie der Englisch Setter Rüde Teo, der schon nach kurzer Zeit in der Pension anfängt im Zwinger im Kreis zu laufen. Er hat schon jetzt einen Zwingerkoller.
Es treibt einem die Tränen in die Augen wenn man das sieht.

Es warten so viele Hunde in der Pension auf eine Pflege- oder Endstelle, darunter sehr viele Schäferhunde die ein Zuhause suchen.

Nach dem natürlich viel zu kurzen Rundgang, hat Corinna dann nach und nach die Hunde die die Reise nach Deutschland antreten durften aus den Zwingern gelassen, damit sie nochmal alle vor der Fahrt ihr Geschäft verrichten konnten. Zuerst Pointer Augusto, Englisch Setter Hündin Luna und Englisch Setter Opi Gaetano, die drei sind in den riesigen Freilaufflächen herum gesaust, es war einfach nur toll ihnen dabei zuzusehen.

Nachdem wir die drei Schnuffel ins Auto einquartiert hatten, kamen dann Rio, ebenfalls Englisch Setter und zum Schluss Thommy, der bei Sonja und mir im Wagen mitfuhr.



Beim verladen der Schnuffels



Nina und Rocco bei der Arbeit.

Zum Abschied und zum Wach bleiben noch einen starken Kaffee und ein kurzen Plausch und schon ging es wieder ab Richtung Heimat, es muss gegen 17:30 oder 18:00 Uhr gewesen sein als wir wieder on tour waren.

Auf dem Rückweg zum Glück keine Pannen und Schikanen und so sind wir mit Tempo 80 wieder Richtung Deutschland getuckert.

Während der Fahrt noch schwirren einem die Gedanken durch den Kopf, wie nur kann man den Hunden helfen die schon seit Jahren in der Pension auf ein Zuhause warten. Die Blicke der Hunde als wollten sie sagen holt mich da endlich raus, diese Blicke werden die nächsten Nächte immer präsent sein.
Und dann diese Hilflosigkeit, es ist eben verdammt schwer ein Zuhause für einen älteren Hund zu finden und wenn es dann noch ein Schäferhund Mischling ist wird das ganze fast unmöglich. Doch wenn die Hunde ihr Leben lang in der Pension leben müssen, ist es erstens für die Hunde kein schönes Leben und auch für all die Notfelle die schon auf Listen stehen und auf einen Platz in der Pension warten ist einfach kein Zustand der einfach so akzeptiert werden kann.

Als wir nach etwa 6 Stunden im Raum Offenburg waren habe ich Sonjas Wagen verlassen und bin wieder bei Nina und Rocco zugestiegen. Während der ganzen Fahrt war Thommy nur ruhig, er hat sich an der Grenze immer brav hingelegt und sich nicht gerührt. So hatten wir an keiner der Grenze Probleme.

Gegen 2 Uhr in der früh waren wir hundemüde angekommen. Ich hab mir meine Wuffels geschnappt und bin gleich ins Bett, doch schlafen konnte ich nicht.

1. war die erlösende sms, dass Sonja gut angekommen ist noch nicht da, ( sie hatte ungefähr die gleiche Strecke wie wir)

2.Gehen einem die Hunde ja nicht aus dem Kopf, jeder einzelne Nase für Nase.

Gegen 5 Uhr in der früh kam dann endlich die sms von Sonja sie kam so spät an weil es auf dem letzten Stück einen schweren LKW Unfall gegeben hatte. Somit war Sonja 25 Stunden „on tour“

Abschließend wie immer mein Dank.

Dieser gilt bei der Chaos Tour auf jeden Fall den Beiden Fahrern Sonja und Rocco die das ganze Stück alleine gefahren sind. Und Roccos Bekannten dass wir den den Hänger ausleihen durften.

Den netten Zollbeamten und Brummi Fahrern die uns bei unserem Horrortrip durch die Zollbehörden seeeeeeehr geholfen haben und es uns überhaupt ermöglicht haben nach Mailand zu fahren.

Allen DLZlern, die sich immer und immer wieder so toll für die Hunde einsetzen und sie versorgen. Und natürlich auch uns immer wieder so köstlich und reichlich mit den allerbesten Leckereien versorgen.

Den Pflege- und Endstellen die diesmal viel Geduld aufbringen mussten mit unserer außerplanmäßigen 2 bzw. 5 stündigen Verspätung.

Und natürlich allen Vermittlern und Hundesittern ohne die die Touren erst gar nicht möglich wären.

Viele Grüße

Nicole